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Winter und eisige Kälte - was nun?

Leider hat so ein Kalenderjahr nicht nur den Frühling, Sommer und Herbst, sondern auch teilweise recht eisige Winter. Man möge sich hüten, einfach abzuwarten bis der Frost kommt um dann zu sagen: ...das wird schon irgendwie werden... .

Rotschulterenten sind nur “bedingt” winterhart. Das heißt im Klartext: Die maximale Temperatur - Untergrenze zur Haltung im Freien liegt bei ca. -8 Grad. Wird diese Temperatur - wie unten beschrieben - unterschritten ist unbedingt ein geschützter Winterstall mit reichlich Einstreu notwendig. Besonders die Beine und die Füße machen den Enten im Winter zu schaffen. Man erkennt dies daran, das die Tiere fast nur noch sitzen und kaum noch laufen. Beim Laufen kann man gut erkennen, das es ihnen zu kalt ist, wenn sie regelrecht schwanken oder wie auf “heißen Kohlen” gehen. Die Tiere laufen ein Stück, um sich sofort danach wieder zu setzen um die Füße zu wärmen.

Temperaturmessung an einem gewöhnlichen Wintertag um 9:00 Uhr an meiner Voliere:

Temp_1

Sobald sämtliche Tränkebecken und das Schwimmwasser zugefroren ist, hat man mit Sicherheit schon das erste Problem und ist völlig unvorbereitet. Deshalb gilt: Unbedingt schon im Herbst Gedanken “Wie überstehen meine Enten am besten den Winter?” machen!

Voliere_2021

Meine Winter-Voliere mit Schutzhaus und Eingang für die Enten. Die Wetterstation zeigt an diesem Morgen -16.4°C. Alle Enten sind im Winterhaus, in dem eine Temperatur von knapp unter 0°C herrscht. Der Winterstall ist 2,50 m breit, 1,50 m tief und 2,30 m hoch. Die Wände sind aus OSB Platten, der Boden besteht aus einer ca. 30cm dicken Lage Rindenmulch und darauf einer ca. 20 cm dicken Schicht Heu. Zusätzlich brennen Nachts 2 Infrarot Dunkelstrahler mit je 100 W Leistung. Sollte -20° unterschritten werden, kann ich zusätzlich noch ein Warumluftgebläse zuschalten.

In vielen Foren, Internetseiten, Pressemitteilungen usw. wird oft die Behauptung aufgestellt, Rotschulterenten seien nicht winterhart. Dieser Behauptung muß hier widersprochen werden. Viele Züchter sind sich einig, das diese Aussage so nicht stehen gelassen werden kann. Sämtliche, bei uns in Mitteleuropa gehaltenen Tiere stammen aus Nachzuchten, wurden also über Jahrzehnte hinweg domnestiziert. Dadurch wurde auch eine entsprechende  “Winterhärte” angezüchtet.

Schaltzentrale

Meine kleine “Voliereren-Schaltzentrale” im Keller: Anzeige links oben die Außentemperatur, unten die Temperatur im Winterhaus. Geräte rechts: Zeitschaltuhr für Gebläse-Heizung und Energiekostenmessgerät aller Verbraucher (Heizstab für Schwimmwasser, Infarot-Wärmelampe, Gebläseheizung und Licht)

Rotschulterenten vertragen Temperaturen von bis zu ca. -8 ohne Probleme. Allerdings sollte ein möglichst zugfreier Stall mit reichlich Einstreu aus Stroh oder Heu bereitgestellt werden. Die Enten werden dann selber entscheiden, ob sie den Stall aufsuchen oder lieber draußen bleiben. Sollten jedoch die Temperaturen -8 Grad unterschreiten so ist es besser, die Tiere in den geschützten Stall zu sperren. Es ist ratsam, eine Infrarot- Wärmelampe (rotes Licht) oder einen Keramik- Dunkelstrahler (nur Wärme ohne Licht) im Stall zu platzieren, unter dem sich die Enten wärmen können. An eine Zeitschaltuhr angeschlossen und diese entsprechend  programmiert, wird es sicher auch bei extrem strengem Frost keinerlei Probleme geben. Ich habe dazu auf meinem Youtube Kanal den Film “Rotschulterenten halten Teil 10 / eisige Kälte” bereitgestellt. Schaut einfach mal rein!

Für unsere Enten ist frisches Schwimm- und Trinkwasser auch bei -20° das wichtigste Element überhaupt. Und somit haben wir im Winter ein riesiges Problem: Es ist für uns eine wichtige Aufgabe beides Eisfrei zu halten.

Ferner gestaltet sich das Ausmisten äußerst schwierig. Sämtliche Hinterlassenschaften der Enten sind extrem fest gefroren. Ohne stabiler Spachtel oder Schaber hat man keine Chance, den Kot rings um die Schwimmgelegenheit in der Voliere zu entfernen.

In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder Fragen, wie hoch denn die Wärmelampe über die Enten gehängt werden soll. Dies ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Bleiben die Enten unter der Lampe sitzen, ist die Höhe genau richtig. Sitzen die Enten jedoch nicht unter dem Licht, sondern außerhalb, so ist es ihnen zu warm. Die Optimale Höhe der Lampe über dem Kopf der stehenden Ente liegt bei ca. 65 cm. Und ganz wichtig: Lampe im Kleintierstall immer nur mit Schutzkorb betreiben! (siehe auch weiter unten in diesem Kapitel)

Es ist auch oft die Rede davon, das die Enten “frostempfindliche” Füße hätten. Diese Aussage kann ich jedoch bestätigen: Wenn unsere Enten bei Frost aus dem Stall gelassen werden, und ihnen der Untergrund zu kalt erscheint, ziehen sie sofort - wie beim Schlafen -  ein Beinchen ein oder “hinken” mit den Beinen beim Gehen als seien sie verletzt. Dies ist ein eindeutiges Zeichen dafür, das ihre Füßchen doch Frostempfindlich sind. Auch hier gilt die Devise: Einstreu aus Stroh oder Heu kann diesem Zustand vorbeugen. Auch ein ausgelegter alter Teppich oder Stofffetzen leisten hier gute Dienste.

Der Zugang zum Winterhaus kann mit einer Klappe verschlossen werden. Im Februar 2021 war es wieder soweit: eisiger Wind, Tagestemperaturen von -8 Grad, Nachts bis -24° (!) Grad und das ganze fast 2 Wochen lang. Weder ich, noch meine Enten hatten ein Problem damit.

Schutzkorb

Bild oben: handelsüblicher Wärmstrahler für Kleintierställe mit Kette zum Aufhängen und Schutzkorb für die unten abgebildeten Strahler.

Dunkelstrahler1

Im Bild oben: sogenannter “Keramik- Dunkelstrahler”, dieser strahlt nur Infrarot- Wärme aus, kein Licht. Mögliche Stärken: 60,100,150, 250 Watt.

Beide Strahler haben normales “Glühlampen-Gewinde (E27)” und können somit vielseitig eingesetzt werden. Im Kleintierstall aus Sicherheitsgründen allerdings nur mit oben abgebildeten Schutzkorb!

Gebläse

Im Bild oben die Luxuslösung: 4 Kanal Umluft - Gebläseheizung für Gewächs- und Gartenhäuser aller Art, selbstregelnd: Kanal 1: Ventilatorbetrieb dauernd EIN oder nur bei Heizbetrieb ein, Kanal 2 = nur Umluft ohne Heizung, Kanal 3 = Umluft mit 1.400W Heizleistung, Kanal 4 = Umluft mit 2.200W Heizleistung. Regelung: -35 bis +40 Grad. Achtung: So eine Anlage ist KEIN Frostwächter! Man könnte z.b. auch folgende Temperatur regeln: EIN bei -20°C, AUS bei -8°C. Die AUS Temperatur ist von -35° bis +40° regelbar!

Zusammenfassend kann also gesagt werden:

Rotschulterenten vertragen Temperaturen bis zu -8° C ohne Probleme. Sollte es allerdings noch kälter werden, sind entsprechende Maßnahmen wie oben beschrieben, notwendig.

 

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