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Winter und eisige Kälte - was nun?

Rotschulterenten sind leider nur bedingt winterhart. Die maximale Temperatur- Untergrenze zur Haltung im Freien liegt bei ca. -8 Grad. Wird diese Temperatur - wie unten beschrieben - drastisch unterschritten ist unbedingt ein beheizbarer Winterstall notwendig.

Temperaturmessung am 06.01.2016 um 9:00 Uhr an meiner Voliere:

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Leider hat ein Kalenderjahr nicht nur den Frühling, Sommer und Herbst, sondern auch teilweise recht eisige Winter. Man möge sich hüten, einfach abzuwarten bis der Frost kommt um dann zu sagen: ...das wird schon irgendwie werden... .

Sobald die Tränkebecken und das Schwimmwasser zugefroren ist, hat man mit Sicherheit schon das erste Problem und ist völlig unvorbereitet. Deshalb gilt: Unbedingt schon im Herbst Gedanken “Wie überstehen meine Enten am besten den Winter?” machen!

Voliere_Schnee

Meine Voliere mit Winterhaus und Durchgang für die Enten mit verschließbarer Klappe sowie meine Wetterstation bei Schneefall und -4,5 Grad. Die Wetterstation zeigt mir über Funk direkt in mein Wohnzimmer die Außentemperatur sowie die Temperatur im Winterhaus. Die Steuerungen der Schaltuhren, Lampen, der Heizung usw. werden bei mir im warmen Keller geregelt. Außerdem kann ich jederzeit den Gesamt-Stromverbrauch anhand eines digitalen Verbrauchsmessers ablesen.

In vielen Foren, Internetseiten, Pressemitteilungen usw. wird oft die Behauptung aufgestellt, Rotschulterenten seien nicht winterhart. Dieser Behauptung muß hier widersprochen werden. Viele Züchter sind sich einig, das diese Aussage so nicht stehen gelassen werden kann. Sämtliche, bei uns in Mitteleuropa gehaltenen Tiere stammen aus Nachzuchten, wurden also über Jahrzehnte hinweg domnestiziert. Dadurch wurde auch eine entsprechende  “Winterhärte” angezüchtet.

Schaltzentrale

Meine kleine “Voliereren-Schaltzentrale” im Keller: Anzeige links oben die Außentemperatur, unten die Temperatur im Winterhaus. Geräte rechts: Zeitschaltuhr für Gebläse-Heizung und Energiekostenmessgerät aller Verbraucher (Heizstab für Schwimmwasser, Infarot-Wärmelampe, Gebläseheizung und Licht)

Rotschulterenten vertragen Temperaturen von bis zu ca. -8 Grad ohne Probleme. Allerdings sollte ein möglichst zugfreier Stall mit reichlich Einstreu aus Stroh oder Heu bereitgestellt werden. Die Enten werden dann selber entscheiden, ob sie den Stall aufsuchen oder lieber draußen bleiben. Sollten jedoch die Temperaturen -8 Grad unterschreiten so ist es besser, die Tiere in den geschützten Stall zu sperren. Es ist ratsam, eine Infrarot- Wärmelampe (rotes Licht) oder einen Keramik- Dunkelstrahler (nur Wärme ohne Licht) im Stall zu platzieren, unter dem sich die Enten wärmen können. An eine Zeitschaltuhr angeschlossen und diese entsprechend  programmiert, wird es sicher auch bei extrem strengem Frost keinerlei Probleme geben.

    Es gibt aber auch eine “Luxus-Variante”, die ich selbst benutze: Ich habe in meinem “Winter-Gewächs-Enten-Schutzhaus” eine Gewächshaus- Umluftheizung angebracht. Das Geniale an dem Ding ist: Man kann die Temperatur zwischen -35 und +40 Grad regeln. Ich habe das Teil auf +1 Grad eingestellt, es funktioniert TOP.

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Mein Gewächsschutzhaus von innen: reichlich Heu eingestreut, links die Wärmelampe hinten in der Mitte die Umluft-Gebläseheizung, die die Temperatur auf +1 Grad hält und somit das Schwimmwasser, aber auch die Tränken nicht gefrieren lässt.

Für unsere Enten ist frisches Schwimm- und Trinkwasser das wichtigste Element überhaupt. Und somit haben wir im Winter ein riesiges Problem: Es ist für uns eine wichtige Aufgabe beides Eisfrei zu halten.

Ferner gestaltet sich das Ausmisten äußerst schwierig. Sämtliche Hinterlassenschaften der Enten sind extrem fest gefroren. Ohne stabiler Spachtel oder Schaber hat man keine Chance, den Kot rings um die Schwimmgelegenheit in der Voliere zu entfernen.

In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder Fragen, wie hoch denn die Wärmelampe über die Enten gehängt werden soll. Dies ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Bleiben die Enten unter der Lampe sitzen, ist die Höhe genau richtig. Sitzen die Enten jedoch nicht unter dem Licht, sondern außerhalb, so ist es ihnen zu warm. Die Optimale Höhe der Lampe über dem Kopf der stehenden Ente liegt bei ca. 65 cm. Und ganz wichtig: Lampe im Kleintierstall immer nur mit Schutzkorb betreiben! (siehe auch weiter unten in diesem Kapitel)

Es ist auch oft die Rede davon, das die Enten “frostempfindliche” Füße hätten. Diese Aussage kann ich jedoch bestätigen: Wenn unsere Enten bei Frost aus dem Stall gelassen werden, und ihnen der Untergrund zu kalt erscheint, ziehen sie sofort - wie beim Schlafen -  ein Beinchen ein oder “hinken” mit den Beinen beim Gehen als seien sie verletzt. Dies ist ein eindeutiges Zeichen dafür, das ihre Füßchen doch Frostempfindlich sind. Auch hier gilt die Devise: Einstreu aus Stroh oder Heu kann diesem Zustand vorbeugen. Auch ein ausgelegter alter Teppich oder Stofffetzen leisten hier gute Dienste.

Das Winterhaus ist durch einen Gang mit der Voliere verbunden, durch eine einfache Klappe kann der Zugang verschlossen werden. Im Januar 2016 wurde mein “Enten-Gewächs-Schutzhaus” auf eine erste Probe gestellt: eisiger Wind, Tagestemperaturen von -8 Grad, Nachts bis -22(!) Grad und das ganze fast 2 Wochen lang. Weder ich, noch meine Enten hatten ein Problem damit, mein Glas-Schutzhaus funktioniert einwandfrei. Weitere Vorteile sind: Es ist immer hell, auch wenn Schnee auf dem Dach liegt, durch die Größe des Hauses (3x2m) und durch die Höhe (2,0 m) ist einwandfreies Betreten möglich, ohne die Enten zu stören.

Auch wenn der eine oder andere über meine Lösung schmunzelt, ich hab nur gute Erfahrungen damit gemacht. Das Gewächshaus ist lichtdurchflutet, selbst der kleinste Sonnenstrahl wärmt an den eiskalten Tagen etwas, und durch die große Schiebetüre ist einfaches und schnelles Betreten möglich. Die Tiere haben ausreichend Platz. Ich kann jedem diese Lösung empfehlen.

Schutzkorb

Bild oben: handelsüblicher Wärmstrahler für Kleintierställe mit Kette zum Aufhängen und Schutzkorb für die unten abgebildeten Strahler.

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Im Bild oben: sogenannter “Keramik- Dunkelstrahler”, dieser strahlt nur Infrarot- Wärme aus, kein Licht. Mögliche Stärken: 60,100,150, 250 Watt.

Im Bild unten: sogenannter “Wärme- Infrarotstrahler”, strahlt  rotes, warmes Licht. Mögliche Stärken: 100,150, 250 Watt.

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Beide Strahler haben normales “Glühlampen-Gewinde (E27)” und können somit vielseitig eingesetzt werden. Im Kleintierstall aus Sicherheitsgründen allerdings nur mit oben abgebildeten Schutzkorb!

Gebläse

Im Bild oben: 4 Kanal Umluft - Gebläseheizung für Gewächs- und Gartenhäuser aller Art, selbstregelnd: Kanal 1: Ventilatorbetrieb dauernd EIN oder nur bei Heizbetrieb ein, Kanal 2 = nur Umluft ohne Heizung, Kanal 3 = Umluft mit 1.400W Heizleistung, Kanal 4 = Umluft mit 2.200W Heizleistung. Regelung: -35 bis +40 Grad. Stromverbrauch in 12 Stunden bei Stufe 3 und minus 12 Grad Außentemperatur bei einer Regelung auf +1 Grad: ca. 6,5 kWh oder ca. 1,80.- €uro. Ich muß aber dazu sagen, das das Glashaus überhaupt keine Isolierung besitzt.

Zusammenfassend kann also gesagt werden:

Rotschulterenten sind bis ca. minus 8 Grad nur leicht kälteanfällig. Sollten allerdings -8 Grad unterschritten werden, sind entsprechende Maßnahmen wie oben beschrieben, notwendig.

 

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