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Der Platzbedarf

Ich habe bewusst dieses Kapitel ganz allgemein “Der Platzbedarf” genannt, da dies doch eine maßgebliche Rolle für das Wohlbefinden unserer befiederten Freunde bildet.

Zum Halten von Rotschulterenten ist immer eine abgeschlossene Voliere notwendig. Allein schon die viele Feinde aus der Luft machen einen geschlossene Voliere unbedingt notwendig.

Zum einen brauchen unsere Tiere einen - an der Voliere angeschlossenen - möglichst zugfreien Winterstall, zum anderen müssen wir uns im Klaren sein, das bei möglichen Tierseuchen, wie z. B. der Vogelgrippe eine allgemeine Stallpflicht ausgesprochen werden kann. Deshalb ist ein großzügiger, begehbarer (Winter)-stall das A. und O.

In vielen Gärten bzw. Volieren sieht man einfache “Kisten” in denen die Enten Wochenlang gesperrt werden, da sie nicht nach draußen dürfen. Dies hat mit artgerechter Haltung nichts, aber auch gar nichts zu tun.

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Bild oben: Wer seine Tiere Monatelang wegen einer angeordneten Stallpflicht ohne Badegelegenheit in solch einen Entenstall oder besser “Holzkiste” sperrt, handelt nicht artgerecht und quält seine Tiere!

Die “Volieren-Drahtbespannung” soll auch “Mäusesicher” sein, deshalb ist bei der Voliere immer eine wesentlich kleinere Maschenweite zu wählen als bei einer einfachen Umzäunung. Unsere Tiere können fliegen, und das sollen sie auch, dafür haben sie Flügel. Jeder, der an diesem Zustand etwas verändert, handelt nicht artgerecht! Wenn unsere Voliere noch auf einem Ring - Betonfundament steht, hat selbst der Fuchs keine Möglichkeit diese zu untergraben und einzudringen.

Sicherlich gelten für große Haus-Entenrassen wie z.B. Warzen-, Lauf-, Peking-, und Hausenten andere Gegebenheiten, dies ist auch kein Wasserziergeflügel!

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Bild oben: großzügige, geschlossene Außenvoliere in einem deutschen Tiergarten für Wasserziergeflügel.

Bei der Gestaltung unserer Voliere sind uns keine Grenzen gesetzt. Man sollte sich aber doch an einen wichtigen Grundsatz halten:

Unsere Voliere kann auch für die kleinste Entenrasse nie groß genug sein und sollte über eine große Schwimmgelegenheit sowie einem großen, möglichst begehbaren (Winter)-Stall verfügen. Der Auslauf für ein Paar Rotschulterenten sollte mindestens 10 m² betragen. Im Winterstall sollte mindestes 1m² für ein Entenpaar zur Verfügung stehen.

Auch Volieren haben Nachteile. Es ist deshalb immer auf TOP Sauberkeit, saubere und frische Einstreu sowie sauberes Trink- und Schwimmwasser zu achten.

Das wichtigste Element: Wasser

Für Wasserziergeflügel ist Wasser das wichtigste Element überhaupt. Über die Größe der Badegelegenheit gilt dasselbe wie bei der Voliere: Immer so groß wie möglich! Unsere Enten müssen immer die Möglichkeit haben, ihren Kopf vollständig in sauberes Wasser zu tauchen, da sie keine Tränendrüsen und keine Tränenkanäle haben, um die Augen zu befeuchten und so Verklebungen am Auge und Schnabel, der Nase sowie Augenkrankheiten vorzubeugen! Glück haben Personen, durch deren Grundstück ein Bach verläuft, diese haben sicher keine Probleme, die Schwimm- oder Badegelegenheit sauber zu halten. Aber wer hat dieses Glück?... wahrscheinlich nicht viele, deshalb müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen:

Leider haben alle Arten von Wasserziergeflügel eine negative Eigenschaft: Sie verwandeln innerhalb kürzester Zeit einen mit viel Mühe angelegten Teich oder eine andere Schwimmgelegenheit in eine schlammige Brühe.

Definition aller Enten: “vorne frisst, hinten scheisst ;-)”

Enten fressen und scheissen ... - oder sagen wir lieber “koten” dazu  - gleichzeitig, egal wohin, egal wie oft .... . Durch das Gründeln auf der Suche nach schmackhaften Wasserpflanzen wühlen sie den Teichgrund auf, durch ihre Exkremente überdüngen sie das Wasser. Als Folge verwandelt sich das Wasser bald in eine undurchsichtige, graugrüne Brühe. Pflanzen, die nicht ausgerissen worden sind, gehen an Lichtmangel ein, Fische gehen an Sauerstoffmangel zugrunde. Und durch das ständige “Umherwatscheln” der Enten im Uferbereich, sowie das Graben nach Würmern und Schnecken werden die Feuchtzone und die Teichumgebung bald zur Schlammsuhle. Es ist also nicht ratsam, Enten in einem Gartenteich ohne ständigen Frischwasserzulauf durch einen Bach oder einer Quelle zu halten.

Besser ist folgende Lösung:

Eine separate Schwimmgelegenheit wie etwa eine alte große Duschwanne oder eine eingegrabene Badewanne. Hat man diese Behältnisse noch an einem Abwasserkanal angeschlossen, können diese ohne viel Mühe entleert und wieder mit klarem und sauberen Wasser aufgefüllt werden.

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Mein neues, eingegrabenes PE-Teichbecken, 120cm Durchmesser und 36cm Tiefe, Fassungsvermögen ca. 280 Liter Wasser.

Dasselbe Becken nach ein paar Wochen Gebrauch durch 3 Rotschulterenten:

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...nach ca. 3 Tagen gleicht die Schwimmwanne immer einer Kloake. Die Enten koten überall hin, jede feuchte Stelle rings um wird sofort mit dem Schnabel untersucht und komplett ausgehöhlt.

Mein Teichbecken ist mit einem Grund-Ablauf versehen und am Kanal angeschlossen. Entleerung, Säuberung und Wiederbefüllung dauern bei mir ca. 10 min. ohne große Mühe. Ich nutze seit Jahren ausschließlich Regenwasser aus meiner 10m³ Zisterne, die keine 10 Meter entfernt ist, und hatte noch nie Probleme damit. Um das Teichbecken habe ich einen ca. 20 cm breiten Rand betoniert, um das “Schnabbeln” der Enten in der feuchten Umgebung des Beckens zu verhindern. Der Betonrand selbst kippt leicht nach innen in Richtung Wasserfläche. Somit können Schmutz- und Kotreste beim Säubern einfach in das Becken gespült werden um dann durch den Bodenablauf zu verschwinden.

Fazit:

Nie einen schön angelegten Gartenteich als Schwimmgelegenheit benutzen, sondern immer eine separate Wanne aufstellen bzw. eingraben. Sauberes Wasser ist für unsere Enten das A. und O. Nur so ist das Einschleppen von Krankheiten, Keimen und Würmern zu vermeiden.

 

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