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Die Kunstbrut

Bei der Kunstbrut müssen wir als Entenhalter vieles - was eigentlich die Entenmutter für uns übernimmt - nachahmen.

Zunächst werden alle Eier aus dem Entennest entnommen. Die Ente wird dadurch zu einem Ersatzgelege animiert, welches sie dann selber ausbrüten sollte. Dabei ist etwas Geduld gefragt: Wir warten wirklich, bis ALLE Eier gelegt sind. Immer wieder einzelne Eier zu entnehmen, hätte fatale Folgen für den Brutvorgang, aber auch für das Verhalten der Ente. Wollen wir von verschiedenen Enten brüten, sind die Eier mit einem Bleistift zu kennzeichnen, um später die Küken den Enten zuordnen zu können. Die Beschriftung mit Hilfe von Filzstiften oder Kugelschreibern haben auf dem Entenei nichts, aber auch gar nichts verloren! Die darin enthaltenen Giftstoffe können das Küken im Ei schädigen! Im Übrigen: Der Bleistift enthält nur Graphit und Ton, kein Blei. Graphit besteht aus Kohlenstoff und ist, genauso wie Ton, ein natürlich vorkommendes Mineral!

Brutmaschine

Bild oben: kleine Brutmaschine Marke “Cuvatutto24” mit vollautomatischer Eierwendung für 24 Eier.

Natürlich benötigen wir zur Kunstbrut eine Brutmaschine, die HIER ausführlich erklärt wird.

Für den Anfänger sollte die Kunstbrut immer unter Mithilfe eines erfahrenen Züchters oder eines Gelfügelzuchtvereines Vorrang haben. Dieser wird uns mit seiner Erfahrung mit Rat und Tat zur Seite stehen. In vielen Städten gibt es auch sog. “Lohnbrütereien” die unsere Eier recht preiswert ausbrüten können.

Natürlich muß das Brutei befruchtet sein. Dies kann man aber erst nach zirka 8 Tagen feststellen.

doch nun zur eigentlichen Kunstbrut:

Die aus dem Nest entnommenen Eier werden zunächst für ca. 10-12 Stunden  bei Zimmertemperatur von ca. 18 - 25 Grad gelagert, um die Kerntemperatur im Ei langsam zu steigern. Dies kann in der Wohnung, aber auch im etwas kühlerem Keller oder unserer Speisekammer geschehen. Gute Dienste leisten dabei alte Eierkartons, die mit “Bruteier” beschriftet werden. Die Eier liegen dabei immer möglichst waagerecht.

Eierkarton

ordentlich beschrifteter Eierkarton mit 10 Bruteiern, so ist eine zufällige Verwechslung durch Dritte ausgeschlossen.

Vor dem Einlegen der Eier in den Brutapparat sollte dieser auf einwandfreie Funktion und vor allem “Temperaturkonstantheit” geprüft werden. Ist alles im grünen Bereich, werden die Wasserwannen zur Luftbefeuchtung befüllt und die Eier vorsichtig waagerecht eingelegt sowie die Maschine verschlossen. Von nun ab ist folgendes zu beachten:

Die Bruttemperatur während der Vorbrutzeit also vom 1. bis zum 19. Tag liegt zwischen 37,6 bis 37,8 Grad. Die Brutmaschine ist also idealerweise auf 37,7 Grad einzustellen.

Vom 3. bis zum 19. Tag an sind die Eier täglich 2-3 mal zu wenden, und zwar immer um einen Winkel von ca. 160°. Das Wenden verhindert das Verkleben des Keimlings an der Eihaut.

Die Schlupfbruttemperatur ab dem 20. Tag bis zum Schlupf sollte bei 37,3 bis 37,5 Grad liegen. Die Brutmaschine ist also auf 37,4 Grad einzustellen.

ACHTUNG: Von nun an (20.Tag) werden die Eier NICHT mehr gewendet. Das Wenden in der Schlupfbrutzeit kann falsche “Pickbereiche” zur Folge haben, das Kücken könnte beim Schlupf steckenbleiben und absterben. Die automatische Eierwendung ist abzuschalten!

Nun werden alle “Wendehorden” entnommen, und die Eier mit etwas Abstand auf den Boden der Brutmaschine gelegt. Zusätzlich werden nun ALLE möglichen Verdunstungswannen mit kaltem bis lauwarmen Wasser gefüllt. Wir benötigen eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit von 85 - 90 % im Brutgerät.

Die Entlein schlüpfen normalerweise dann vom 23. - 26. Tag.

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Bild oben: eingeschaltete “Schierlampe”.

Am 8. und am 16. Tag sind die Bruteier zu “schieren”.

Unter “Schieren” versteht man das Durchleuchten der Eier mit einer hellen Lampe, der sog. “Schierlampe”.

Dabei kann man erkennen, ob die Eier befruchtet sind oder nicht:

Be_Unbefruchtet

Eier unter der “Schierlampe” betrachtet: links: Das Ei ist befruchtet, Keimling wächst im Ei, die Blutgefäße sind gut erkennbar, rechts: Das Ei ist klar, also unbefruchtet oder der Keimling ist nach dem Legen abgestorben. Eine komplette Bilderserie von 26 Bruttagen in 2-Tages-Schritten findet ihr unter dem Reiter “Das Ei”.

Wasserprobe

Alternativ zum Schieren kann man auch die “Wasserprobe” durchführen. Dabei werden die Eier in lauwarmes Wasser gelegt. Das Verhalten der Eier wird oben im Bild beschrieben. Bleiben die Eier auch nach dem 10. Bruttag am Boden liegen, sind diese unbefruchtet, da sich bei unbefruchteten Ei keine Luftblase entwickeln kann.

wichtige Hinweise zum Brüten:

Wir brüten Eier von Wassergeflügel, deshalb ist auch während der Brutphase großzügig mit Wasser umzugehen! Extrem wichtig ist hier die richtige Luftfeuchtigkeit im Brutkasten. Gute Brutgeräte haben eingebaute Wasserwannen zur Verdunstung. Es ist immer darauf zu achten, das alle Wannen mit kaltem Trinkwasser aufgefüllt sind!

Eine gute Belüftung der Brutmaschine sorgt für Frischluft, aber auch für eine gute Luftzirkulation, wodurch die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit gut auf unsere Eier einwirken können.

Auch das Kühlen der Eier ist sehr wichtig:

Das Kühlen der Eier hat ab dem 4. Bruttag 2-3 mal täglich zu erfolgen. Dabei nehmen wir den Deckel unserer Brutmaschine ab und besprühen die Eier leicht mit kaltem Wasser. Positiv wirkt sich auch eine Wasser-Essig-Lösung aus. Dabei wird auf 1 Liter Wasser ein Esslöffel Essig oder ein Teelöffel Essigessenz vermischt. Diese Lösung soll die Schale “poröser” machen, und somit den Küken den Schlupf erleichtern. Wir lassen den Deckel nun ca. 10 min offen, und schließen ihn dann wieder. Die Brutmaschine wird dabei nicht ausgeschaltet. Die Kühldauer bis zum Schlupf wird nun immer weiter erhöht, bis sie ca. 30 min. beträgt.

  Um feststellen zu können, ob die eier befruchtet sind, werden diese erstmals am 8. Bruttag durchleuchtet (geschiert). Nicht befruchtete Eier werden sofort aussortiert und entfernt! Dieser Vorgang sollte dann am 16. Bruttag wiederholt werden.

Wenn man Glück hat, wird man den Schlupf durch den Galsdeckel oder der Türe der Brutmaschine beobachten können. Die frisch geschlüpften Küken mit noch nassen Daunen verbleiben noch so lange im Gerät, bis die Daunen trocken sind, erst danach werden sie herausgenommen und in einem gut ausgepolsterten Karton unter Infrarotlicht gewärmt und gefüttert.

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