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Brutprobleme und deren Ursachen

Oftmals gibt es Probleme beim Legen und Brüten. Einige Züchter berichten mir, keine ausreichenden Bruterfolge zu haben. Ich möchte dies zum Anlass nehmen hier meine Erfahrungen darzulegen:

Befruchtete Eier - unbefruchtete Eier

In erster Linie sollten wir bestrebt sein, aus möglichst allen gelegten Eiern, Küken zu erhalten. Leider muß man aber oft beim “Schieren” der Eier feststellen, das doch relativ viele oder oft auch alle Eier unbefruchtet sind. Die “Schuld” gleich beim Erpel zu suchen wäre hier doch zu einfach, da es noch eine Vielzahl anderer Faktoren geben kann, welche eine maßgebliche Rolle für nicht befruchtete Eier darstellen.

Hier möchte ich einmal eine Reihe von Einflüssen aufzeigen, die sich positiv oder negativ auf die Befruchtung des Ei’s auswirken können:

a.) negative Auswirkungen bzw. keine Befruchtung:

- durch unsere Neugier (wie z.B. häufige Nestkontrollen) wird die Ente beim Brüten gestört, die Ente wärmt die Eier nicht mehr ausreichend.

- Die Enten sind zu scheu und verlassen aus Angst sofort längere Zeit das Nest sobald wir uns nähern. Die Eier kühlen aus, der Keimling stirbt ab.

- Die Enten stammen selbst aus einer Kunstbrut, sind zu unerfahren, zu jung, der Brutinstinkt ist verkümmert, dies kann sich aber in den Folgejahren bessern, je älter die Ente wird.

- Es ist zu kalt, die Eier haben Frost abbekommen, der Keimling ist erfroren

- Es ist über Wochen zu heiß, die Enten fühlen sich in ihren überhitzen Nistkästen unwohl, haben den Schnabel leicht geöffnet und “hächeln” nach Luft.

- Es sind zu wenig Nistmöglichkeiten vorhanden, die Enten “streiten” sich um Nistplätze.

- die Enten haben keine ausreichende Möglichkeit den “Tretakt” regelmäßig zu wiederholen.

- Das Schwimmwasser ist zu stark verschmutzt, das Wasser riecht “faulig”.

- Andere, vor allem größere Rassen vertreiben die kleinen Rotschulterenten aus der Bade- und Schwimmgelegenheit.

- Die Badegelegenheit ist schlichtweg zu klein.

- Durch verschiedene Entenrassen in der Voliere kommt es oft zum Streit, die Enten leben im Dauerstress, Rangkämpfe, Futterkämpfe, Badekämpfe und Revierkämpfe schwächen die Enten zusätzlich.

- Die Voliere und/oder der Auslauf sind durch Sträucher, Bäume oder Büsche zu dunkel, es fehlt an Licht und wärmender Sonne.

- Unruhe durch umherstreifende Katzen und Hunde, spielende Kinder, aber auch Raubzeug aus der Luft und dem Boden beunruhigen unsere Enten. Die Enten haben schlichtweg “Angst”.

- Eindringende Ratten machen sich über die Eier her und zerstören das Gelege.

- Eine übermäßige Verfettung der Tiere während der Brutzeit ist zu vermeiden. Bitte nur wenig Mais füttern!

- das Einfangen der Enten während der Eiablage oder der Brutzeit ist zu unterlassen.

- gutes, Vitamin- und Nährstoffreiches Futter bereitstellen. Am besten sog. “Legefutter” füttern.

- Die Ente leidet oder der sog. “Legenot”. Dies ist eine Krankheit, welche bei weiblichen Vögeln vorkommt. Das gebildete Ei im Körper steckt dabei im Legedarm oder der Kloake fest. Bei Nichtbehandlung durch den Tierarzt wird die “Legenot” unweigerlich zum Tod des Tieres führen. Die Ursachen sind: Veränderung der Eischale durch Vitamin “E” und/oder “Selen”-, sowie Calcium Mangel. Schließlich können auch Eileiter-Infektionen die Ursache sein.

b.) positive Auswirkungen bzw. gute Befruchtung:

- wir können unseren Enten eine frisch eingestreute und desinfizierte, fertige Nistgelegenheit anbieten, die mit Sicherheit von den Enten sofort angenommen wird.

- wir füttern gutes Futter mit Vitaminen und Mineralstoffen aus dem örtlichen Futtermittel - Fachmarkt.

- nur gesunde und kräftige Vögel zur Brut einsetzen

- die Voliere sollte möglichst hell mit einer guten Sonneneinstrahlung stehen.

- Die Voliere MUSS Raubfeinden aller Art zu 100% Abwehr bieten.

- wir halten uns während der Brut absolut mit unserer Neugier beim Betreten der Voliere zurück.

- wir lassen die Enten in Ruhe brüten bis die Küken schlüpfen und das Nest verlassen haben.

- optimal ist ein Tretakt (Paarungsakt) auf dem möglichst sauberen und damit keimfreien Wasser, also das Schwimm-Wasser täglich, oder mindestens 3-4 mal die Woche wechseln!

- wir lassen die Enten ungestört Balzen.

- die Enten sollten ihren Erpel selbst aussuchen dürfen.

- unverpaarte, sowie junge, schwache, kranke oder andere Erpel haben in der Voliere mit den Zuchtpaaren nichts zu suchen!

- die Enten sind unter sich, und werden nicht durch Artfremde, vor allem größere Rassen wie häufig zu sehen von Brautenten, Mandarinenten und Baikalenten gestört.

- Die Paare sollten immer die Gelegenheit haben, den Tretakt möglichst oft und ungestört zu wiederholen, auch wenn die Ente schon Eier gelegt hat.

- während der Bebrütung sind fremde artfremde Entenrassen abzutrennen oder auszusperren.

 

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